Dozentur für Hebräisch und Bibelkunde
Pfarrer Dr. Stefan Seiler
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- Hebräische Lektüre |
- Repetitorium |
- Bibelkunde |
Der Dozent: Pfarrer Dr. theol. Stefan Seiler

- Pfarrer Dr. Stefan Seiler
Werdegang
- geb. 1960 in Hof/Saale
-
1985 -1991
Studium der evangelischen Theologie
in Tübingen und Erlangen - 1991 Theol. Aufnahmeprüfung
- 1991 -1994 Vikariat in Rehau bei Hof
- 1993 Theol. Anstellungsprüfung
- 1994 -1997 Dissertation über die Thronfolgegeschichte Davids an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
- 1997 Ordination
- 1997 -1998 Pfarrvikariat in Velden a.d. Pegnitz
- 1998 -1999 Lehrtätigkeit an der Augustana-Hochschule (Hebräisch, Bibelkunde AT/NT)
- seit März 2000 Wissenschaftlicher Assistent im Fach Altes Testament an der Augustana-Hochschule
- seit 2005 Dozent für Hebräisch und Bibelkunde ebd.
Veröffentlichungen
- Die Geschichte von der Thronfolge Davids (2 Sam 9-20; 1 Kön 1-2): Untersuchungen zur Literarkritik und Tendenz (BZAW 267). Berlin/New York: de Gruyter 1998.
- "Theologische Konzepte in der Septuaginta: Das theologische Profil von 1 Chr 16,8ff. LXX im Vergleich mit Ps 104; 95; 105 LXX" in: Der Septuaginta-Psalter: sprachliche und theologische Aspekte (Herders Biblische Studien 32), hg. v. Erich Zenger, Freiburg u.a.: Herder 2001, 197-225.
- "Der eine und einzige Gott – JHWH: Überlegungen zu Dtn 6,4-9" in: "Einer, der ist unser Gott …": Die Frage nach dem höchsten Gebot (Mk 12,28-34), BCJ-Arbeitshilfe 13 (2003), 16-23.
- Mitarbeit beim Übersetzungsprojekt "Septuaginta-deutsch: Das griechische Alte Testament in Übersetzung" (Psalmen).
- „Intertextualität“ in: Lesarten der Bibel: Untersuchungen zu einer Theorie der Exegese des Alten Testaments, hg. v. H. Utzschneider u. E. Blum, Stuttgart 2006, 275 – 293.
- „Bemerkungen zu Strukturen und theologischen Akzentsetzungen im LXX-Psalter: Dargestellt an Ps 82[83]“ in: BIOSCS 41 (2008), 46 − 58.
Lexikonartikel
Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet, hg. v. K. Koenen u. M. Bauks, Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart 2007 (
http://www.wibilex.de):
- Abischai
- Absalom
- Ahitofel
- Aufstiegserzählung
- Elhanan
- Goliat
- Helden
- Huschai
- Merib-Baal (Mefi-Boschet)
- Palti / Paltiel
- Thronfolgegeschichte
- Uria
Rezensionen
- Blau, Joshua, Topics in Hebrew and Semitic Linguistics, Jerusalem: The Magnes Press 1998, in: OLZ 95 (2000), 464-466.
- Kößler, Henning, Die Überwindung der Selbstbefangenheit: eine Religionsanthropologie (RWTS 10), Hildesheim u.a.: Olms 2001, in: ThLZ 127 (2002), 1338f.
- Rudnig, Thilo Alexander, Davids Thron: Redaktionskritische Studien zur Geschichte von der Thronnachfolge Davids (BZAW 358), Berlin/New York: de Gruyter 2006, in: CBQ 70 (2008), 121f.
- Vermeylen, Jacques. La loi du plus fort: Histoire de la rédaction des récits davidiques de 1 Samuel 8 à 1 Rois 2 (BEThL 154), Leuven: Peeters 2000, in: OLZ 97 (2002), 571-575.
Laufendes Forschungsprojekt
Untersuchung intertextueller Bezüge zwischen Psalmen und Pentateuch:
Ziel des Projekts ist es, der hermeneutischen Bedeutung „intertextueller Spuren“ zwischen Psalmen und Pentateuch nachzugehen. Dabei wird zunächst grundsätzlich gefragt, wann von Intertextualität gesprochen werden kann, welche Indikatoren dafür in den jeweiligen Texten vorliegen müssen und welche Rolle die LeserInnen und AutorInnen in diesem Prozess spielen. Darüber hinaus wird untersucht, welche neuen Verständnismöglichkeiten sich für Texte eröffnen, wenn sie miteinander in einen intertextuellen Dialog gebracht werden. Auf diese Weise soll das kreative Potential intertextueller Vorgänge herausgearbeitet werden. Auch der hermeneutischen Funktion des biblischen Kanons als „literarischem Raum“, in dem dieser Diskurs stattfindet, wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
Der hebräische Sprachkurs
Der Kursaufbau
Wir schlagen vor, Hebräisch erst im Anschluss an Latein und Griechisch zu lernen. Zwar ist das Hebräische eine semitische und somit nicht-indogermanische Sprache, die weithin anderen Gesetzen folgt als das Lateinische und Griechische, die satzgrammatischen Grundbegriffe und Denkkategorien sind jedoch die gleichen und müssen im Hebräischunterricht vorausgesetzt werden; für ihn steht aber nur ein Semesterkurs bzw. ein Feriensprachkurs zur Verfügung.
Der Kursverlauf folgt einem Grammatikbuch, das den Stoff in einer genau auf den engen zeitlichen Rahmen abgestimmten Form darbietet. Besonderer Wert wird auf die gemeinsame Einübung des behandelten Stoffes gelegt. Bereits in der „Grammatikphase“ wird mit einem Textbuch gearbeitet, das für jede Lektion passende Kurztexte oder Verszeilen aus der Biblia Hebraica enthält. Dieses Textbuch soll nicht nur der Einübung des Gelernten dienen, sondern auch eine erste Begegnung mit dem hebräischen Welt- und Menschenverständnis vermitteln, das sich von unseren abendländischen Denkgewohnheiten erheblich unterscheidet. (Beispiel: Das hebräische Wort „awon“ bedeutet „Sünde“ und „Strafe“. Dahinter steht die Vorstellung, dass mit der bösen Tat deren Folge schon mitgesetzt ist; vgl. Ri 9,56f.)
In der zweiten Hälfte des Semesters rückt die Lektüre mittelschwerer alttestamentlicher Prosatexte mehr und mehr in den Vordergrund. Bei ihrer Behandlung wird das Hauptgewicht auf die Syntax und die unregelmäßigen Verbformen gelegt, was für die Prüfung besonders wichtig ist. Bei der Lektüre können auch exegetische und theologische Fragen, die sich aus den jeweiligen Texten ergeben, angesprochen werden. Gegen Ende des Semesters werden zwei bis drei Probeklausuren geschrieben, die den KursteilnehmerInnen eine realistische Einschätzung ihres eigenen Leistungsstandes ermöglichen und so eine gute Vorbereitung auf die Prüfung sind.
Das Tutorium
Wegen der kürzeren Unterrichtszeit wird im Sommersemester ein Hebräischtutorium als unterstützende und ergänzende Veranstaltung zum Sprachkurs angeboten. Die Leitung des Tutoriums hat ein(e) Studierende(r), der / die das Hebraicum schon abgelegt hat und über so viel sprachliche und methodische Kompetenz verfügt, dass er / sie diese Aufgabe wahrnehmen kann. Mit dem Dozenten wird regelmäßig besprochen, wie weit der Tutor / die Tutorin jeweils mit dem Stoff gekommen ist und wo Bedarf an Nacharbeit besteht.
Die Teilnahme am Hebräischtutorium ist nicht verpflichtend, doch melden sich in der Regel alle KursteilnehmerInnen freiwillig dazu, weil sie hier den im Unterricht besprochenen Stoff auf vielfältige Weise nacharbeiten und vertiefen können. Sie haben die Möglichkeit,
- zu den Punkten der Grammatik Fragen zu stellen, an denen sie sich noch unsicher fühlen,
- sich den bisher behandelten Stoff abfragen zu lassen, was teils mündlich durch den Tutor / die Tutorin, teils schriftlich durch ausgearbeitete Tests geschieht,
- die bis jetzt anfallenden Lernvokabeln zu wiederholen und Wissenslücken in diesem Bereich aufzufüllen
- und über die im Sprachkurs besprochenen Texte hinaus weitere Abschnitte aus der hebräischen Bibel zu übersetzen.
Der Workshop
Außer dem Tutorium wird in jedem Hebräischkurs noch ein Workshop angeboten, der einige Tage vor der Prüfung stattfindet. Er wird von einem / einer Studierenden geleitet, der / die Erfahrung im Hebräischen hat. Der Workshop besteht aus einem grammatischen „Intensivtag“ sowie einer Generalprobe der mündlichen Prüfung.
Zunächst wird der gesamte Grammatikstoff wiederholt, der im Verlauf des zurückliegenden Kurses behandelt wurde. Schwerpunkte der Wiederholung sind das (unregelmäßige) Verbum, das Nomen und die Syntax. Auch alle weiteren Hauptgebiete der Grammatik werden durchgesprochen und eingeübt und z.T. durch kleinere Abschnitte aus der Biblia Hebraica vertieft. Am Ende dieses Tages wird noch einmal ein hebräischer Bibeltext vorgelegt, der das Behandelte zusammenfasst und veranschaulicht.
Bei der wenig später stattfindenden „Generalprobe“ übt der Leiter / die Leiterin des Workshops mit den Studierenden das mündliche Hebraicum ein, das dabei gewissermaßen „simuliert“ wird. Im Anschluss daran wird ausführlich über den Verlauf der Prüfung gesprochen; wenn nötig, werden Tipps gegeben, die das Prüfungsverhalten verbessern können. Schon vielen Studierenden hat diese Form der Vorbereitung auf das mündliche Hebraicum dazu verholfen, mit größerer Ruhe in die tatsächliche Prüfung zu gehen und sie mit einem besseren Ergebnis abzuschließen, als wenn sie diese Trainingsmöglichkeit nicht gehabt hätten.
Die Prüfung
Die Prüfung gliedert sich in das schriftliche und das mündliche Hebraicum, wobei beide Prüfungsteile gleich gewichtet werden. In der schriftlichen Prüfung wird in vier Stunden ein mittelschwerer Prosatext von 13 – 15 Druckzeilen aus der Biblia Hebraica Stuttgartensia übersetzt. Dabei ist die Benutzung eines Wörterbuchs erlaubt (z.Zt. das Lexikon von Wilhelm Gesenius). Die Erstkorrektur der Arbeit übernimmt der Kursleiter, die Zweitkorrektur der Assistent / die Assistentin für Altes Testament.
Den Vorsitz der mündlichen Prüfung, die ca. drei bis vier Tage später stattfindet, hat der Lehrstuhlinhaber für Altes Testament (z.Zt. Prof. Utzschneider). Geprüft werden die KandidatInnen jedoch von ihrem Kursleiter, mit dessen Sprache und Schwerpunktsetzungen sie durch den Kurs vertraut sind. Beisitzer / Beisitzerin ist der Assistent / die Assistentin für Altes Testament, der / die auch das Protokoll führt.
Zu Beginn lost der Kandidat / die Kandidatin jeweils aus einem Pool, den der Prüfer zusammengestellt hat, eine unbekannte Prosastelle aus dem Alten Testament. Diese wird zunächst 15 Min. lang still vorbereitet (ohne Wörterbuch). Bei der Prüfung selbst wird die Stelle vor der Prüfungskommission übersetzt und grammatikalisch analysiert, wie dies vorher im Kurs immer wieder eingeübt worden ist. Im Anschluss daran werden den KandidatInnen die Ergebnisse der schriftlichen und mündlichen Prüfungen mitgeteilt und die Hebraicumszeugnisse überreicht.
Unser Hebraicum ist gültig für alle Abschlüsse bis hin zur Promotion und Habilitation an allen kirchlichen Hochschulen und theologischen Fakultäten.
Probeklausuren
Als Probeklausuren haben wir Klausuren seit dem Sommersemester 2006
bereitgestellt.
Die hebräische Lektüre
Jeweils im Sommersemester wird die Übung „Hebräische Lektüre“ angeboten, die für Studierende bestimmt ist, die ihr Hebraicum bereits abgelegt haben. Sie soll einerseits die Möglichkeit geben, die im Hebräischkurs erworbenen Sprachkenntnisse zu festigen und zu vertiefen, andererseits auch Anreiz und Hilfestellung bieten, mit dieser Sprache wieder vertraut zu werden.
Anders als im Hebräischkurs werden nicht nur Prosatexte, sondern auch poetische Texte aus der hebräischen Bibel behandelt, die zwar schwieriger sind, dafür aber auch ihren eigenen Reiz haben. Die zu übersetzenden Texte werden gemeinsam mit den TeilnehmerInnen ausgewählt. Im Rahmen der Lektüre werden, wenn nötig, grammatische Fragen wiederholt, aber auch über das im Sprachkurs Behandelte hinaus vertieft. Daneben ist auch Zeit für die Besprechung exegetischer Beobachtungen und theologischer Fragen eingeplant. So ist es ein wesentliches Ziel dieser Lehrveranstaltung, dass die TeilnehmerInnen Freude an der hebräischen Sprache und an alttestamentlichen Texten bekommen und dazu motiviert werden, das Hebräische auch nach dem Ende dieser Übung weiter zu pflegen.
Das hebräische Repetitorium
Das hebräische Repetitorium findet jeweils im Sommersemester statt. Es ist vor allem ein Angebot für Studierende in der Examensvorbereitung und in höheren Semestern. Vorhandene Grundkenntnisse der hebräischen Sprache sollen aufgefrischt bzw. neu eingeübt werden, um beim Erkennen grammatischer Formen und beim Übersetzen (wieder) Sicherheit zu erlangen. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Wiederholung der schwachen Verben, aber auch die Hauptthemen der Syntax werden behandelt.
Neben der Wiederholung der Grammatik wird besonderes Gewicht auf die Übersetzung von Texten gelegt. Dabei werden besonders solche Abschnitte aus der Biblia Hebraica berücksichtigt, die schon einmal Übersetzungstext einer alttestamentlichen Examensklausur waren. Auf diese Weise können sich die Studierenden am besten an das Niveau der Examenstexte gewöhnen.
Bibelkunde
Der Unterricht
An der Augustana-Hochschule wird der Unterricht in Bibelkunde vom Hebräischdozenten gehalten. Im Wintersemester wird jeweils die Bibelkunde des Alten Testaments, im Sommersemester die des Neuen Testaments behandelt. Beide Teile sind ausdrücklich für StudienanfängerInnen bestimmt, d.h. für diese Lehrveranstaltungen werden weder sprachliche Vorkenntnisse in Hebräisch, Griechisch oder Latein noch theologische Vorbildung in Exegese oder Systematischer Theologie erwartet. Theologische Fachausdrücke werden grundsätzlich erklärt, wenn sie zum ersten Mal vorkommen.
Wichtigstes Ziel ist es, auf die Bibel neugierig zu machen, damit die Studierenden Lust bekommen, in die einzelnen biblischen Bücher tiefer einzudringen. Um einen Überblick über die jeweiligen Schriften zu erhalten, werden deren Strukturen und zentrale Inhalte, aber auch deren theologische Schwerpunkte und Grundlinien besprochen. Die Erschließung der Bücher geschieht mit Hilfe von Übersichten und durch die Besprechung exemplarischer Texte. In diesem Zusammenhang werden auch intertextuelle Querverbindungen zwischen den jeweils besprochenen Texten, aber auch zwischen Altem und Neuem Testament berücksichtigt. Im AT stehen die fünf Bücher Mose und die Propheten, im NT die Evangelien und die Paulusbriefe im Vordergrund.
Die Prüfung
Die Bibelkundeprüfung gehört zu den Zulassungsvoraussetzungen für die Theologische Zwischenprüfung (§ 7,1 TheolZPO). Sie wird an der Augustana-Hochschule in der Regel in zwei Teilen abgelegt: Für das Alte Testament findet sie zu Beginn des Sommersemesters, für das Neue Testament am Anfang des Wintersemesters statt; sie ist schriftlich und dauert drei Stunden.
Die Prüfungsfragen können sich auf alle Teile der jeweiligen Testamente erstrecken, unter den theologischen Leitlinien, die vorher im Unterricht eine Rolle spielten (s.o.). Man sollte also vor allem den Stoff durcharbeiten, der in der Lehrveranstaltung besprochen wurde, zusätzlich aber noch ein Buch über Bibelkunde studieren, das die im Unterricht vermittelte Sichtweise ergänzt. Empfehlenswert sind hierfür:
- Bull, Klaus-Michael, Bibelkunde des Neuen Testaments, Neukirchen-Vluyn, 3. Aufl. 2004.
- Rösel, Martin, Bibelkunde des Alten Testaments, Neukirchen-Vluyn, 4. Aufl. 2004.
- Westermann, Claus u.a., Calwer Bibelkunde, Stuttgart, 14. Aufl. 2001
Pfarrer Dr. theol. Stefan Seiler: stefan.seiler@augustana.de