Studium im Ausland
- Neues aus aller Welt | Wartburg Theological Seminary |
- Erfahrungsberichte |
- Studienjahr Jerusalem |
- Norwegen
Den Studierenden der Theologie wird ein Studium im Ausland empfohlen, damit sie andere Formen der Theologie und Spiritualität und eine andere Kultur kennenlernen. Die Augustana-Hochschule kann hierfür verschiedene Möglichkeiten vermitteln.
Im Rahmen eines Austauschprogramms können jeweils für ein Studienjahr ein Student oder eine Studentin der Augustana-Hochschule am Wartburg Theological Seminary Dubuque (Iowa, USA), an der Menighetsfacultet Oslo, an der Evang. Luth. Theologischen Akademie Budapest und an der Universidad Luterana San Salvador studieren. InteressentInnen werden gebeten, ihre Bewerbung bis zum 1. Dezember an das Rektorat der Augustana zu richten.
Die Websites dieser und einer Reihe anderer Partneruniversitäten und -hochschulen sind zu erreichen über unsere Linkliste.
Außerdem können Zuschüsse für ein Studium in Jerusalem (Israel), Makumira (Tansania), Sao Leopoldo (Brasilien), Lae (Papua-Neuguinea), Pietermaritzburg (Südafrika) und Madras (Indien) beantragt werden. Nähere Auskünfte erteilt der Auslandsbeauftragte AOR Dr. Markus Mülke.
Neues aus aller Welt
Im Herbst 2009 haben einige Studierende die Augustana verlassen, um im Ausland ihr Studium fortzusetzen. Dabei entstand die Idee, einen gemeinamen Rundbrief zu verfassen: "Neues aus aller Welt". Wir freuen uns sehr, dass uns sechs Mal spannende Berichte aus Tansania, Dänemark, Hongkong, Südafrika, Ungarn, Israel, Frankreich, den USA, Norwegen und sogar von den Fidschi-Inseln erreicht haben. Gerne wollen wir Sie an den Erfahrungen der Austausch-Studierenden teilhaben lassen:
- Neues aus aller Welt Nummer 1

- Neues aus aller Welt Nummer 2

- Neues aus aller Welt Nummer 3

- Neues aus aller Welt Nummer 4

- Neues aus aller Welt Nummer 5

- Neues aus aller Welt Nummer 6

Leben und Studieren am Wartburg Theological Seminary
Seit geraumer Zeit besteht ein Austauschprogramm zwischen der Augustana-Hochschule und dem
Wartburg Theological Seminary (WTS). Das WTS befindet sich in Dubuque, Iowa, USA. Dubuque liegt direkt am Mississippi an der Grenze zu Wisconsin und Illinois. Es ist nur ca. 3 Stunden Fahrtzeit von Chicago entfernt. Insgesamt leben ca. 60 000 bis 70 000 Menschen in der von Julien Dubuque gegründeten Stadt. Die Mehrheit davon gehört zur amerikanischen Mittelschicht. Zudem gibt es dort ausreichend Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung.
Wartburg Theological Seminary – "where learning leads to mission"
Ca. 120 Studierende sind am WTS und leben in der Regel auf dem Campus im 'dormatory' oder mit ihrer Familie in Appartements rund um das Hochschulgelände. In der Regel sind die Theologiestudierenden am WTS wesentlich älter als in Deutschland und bringen häufig bereits eine Berufsausbildung und entsprechende Berufserfahrung mit. Neben dem Engagement fürs Studium wird von jedem Studenten/ jeder Studentin auch Interesse am Gemeindschaftsleben erwartet.
Betreuung der Austauschstudenten
Das WTS ist um Studierende aus aller Welt bemüht. So kann man dort auch auf Austauschstudierende aus Tanzania, Namibia, Brasilien, Südafrika, Korea, Norwegen, El Salvador, Mexiko, Indien, etc. treffen. Betreut werden die ausländischen Studierenden nach Möglichkeit durch eine 'reference person', d.h. eine Mitstudentin/einem Mitstudenten, die/der Hilfestellungen in Studienangelegenheiten gibt und/oder durch eine sogenannte 'host family', die bei der kulturellen Eingliederung behilflich ist. Zudem ist jedem Studierenden ein 'advisor' zugeteilt, ein Lehrender, der ebenfalls bei Stundenplanerstellung etc. unterstützend tätig ist.
Darüber hinaus finden regelmäßige Treffen der Austauschstudenten statt. Hin und wieder fragen Gemeinden an, ob nicht ein paar Austauschstudenten zum Predigen oder zu Workshops zu ihnen kommen können. Diese Kontakte werden vom WTS sehr bejaht.
Studieren
Das Studieren am WTS unterscheidet sich stark von dem an der Augustana-Hochschule. Es ist eine bei weitem höhere Menge an Lesestoff zu bewältigen. Erarbeitet wird dieses Wissen durch Eigenstudium, Frontalunterricht, Gruppenarbeiten, Projektpräsentationen seitens der Studierenden (das kann in der Regel ein Vortrag, aber auch ein Videofilm oder gezeichente Bildreihen etc. sein) oder natürlich durch zu verfassende 'papers'.
Die Ausrichtung des Studiums ist allerdings nicht so stark akademisch wie in Deutschland, sondern es gibt auch Kurse, die stärker praktisch und persönlichkeitsbildend orientiert sind. In diesen Kursen haben die Arbeiten ('papers') nur geringe Seitenzahlen und es geht u.a. darum, darin das neu Gelernte in die eigenen Glaubensvorstellungen zu integrieren.
Da eine eher einheitliche Ausbildung der angehenden M. Div.s und M. A.s angestrebt wird, sind für Amerikaner nur wenige Kurse frei wählbar. Diese Regelung gilt für Austauschstudierende jedoch nicht.
CPE – Clinical Pastoral Education (Klinische Seelsorgeausbildung – KSA)
Im Rahmen des Studiums am WTS gibt es die Möglichkeit zu 10-12 Wochen CPE in einem Krankenhaus oder einer sozialen Einrichtung eigener Wahl. Diese Ausbildung vermittelt gute und hilfreiche Kenntnisse für seelsorgerliches Arbeiten, die auch für Deutschland relevant und äußerst hilfreich sind.
Erfahrungsberichte von Studierenden
Ein Jahr in Amerika am Wartburg Theological Seminary (WTS)
Ich habe ein sehr intensives Jahr erlebt mit vielen neuen Eindrücken.
Zum einen habe ich durch die Zeit im Ausland einen anderen Blick auf Deutschland und die deutsche Kultur dazugewonnen, durch die Begegnung mit amerikanischen und ausländischen Studierenden, die Reibungen mit den fremden Kulturen, dem Kennenlernen von anderen Lebens- und Denkweisen. Zum anderen konnte ich auch mehrere verschiedene Frömmigkeitsformen kennenlernen, andere Arten Spiritualität zu erleben und auszudrücken, viele verschiedene christliche Denominationen. Insgesamt liegt ein Jahr hinter mir, durch das ich persönlich, spirituell und fachliche (gerade durch CPE) viel dazugewinnen konnte.
Ich wünsche jedem Teilnehmer/jeder Teilnehmerin an diesem Austauschprogramm eine ebenso gute Zeit.
Alexandra Bauer (5/2000)
Einen weiteren Erfahrungsbericht aus Wartburg von Daniela Küster aus dem Jahre 2005
gibt es hier.
Und hier ein neuer Erfahrungsbericht von Christina Rougk, die vom Winter 2006 bis Sommer 2007 ein Jahr am Wartburg Seminary in Dubuque verbracht hat
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Das Theologische Studienjahr Jerusalem
Das Studium an der Hagia maria Sion Dormition Abbey – ein deutsches Benediktinerkloster auf dem heutigen Zionsberg in Jerusalem – dauert von August bis Ostern. In diesen acht Monaten haben 20-25 Theologiestudierende aus dem deutschsprachigen Raum, katholisch-evangelischen Bekenntnisses, die Möglichkeit, intensiv Theologie zu betreiben. Die Professoren kommen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für zwei/drei Wochen eingeflogen, um ihre Vorlesungen und Seminare geblockt zu halten. Dabei wird der ganze Fächerkanon abgedeckt (bis auf P.T.) und zusätzlich Judaistik, Islamistik, Ostkirchenkunde und Archäologie angeboten. Die Leistungen, die hier abgelegt werden, kennen die Prüfungsämter größtenteils an.
Außerdem werden zahlreiche Exkursionen angeboten, wo man teilweise mit den Ausgräbern persönlich die wichtigsten Ausgrabungsstätte kennenlernt. Dazu gehört auch eine erlebnisreiche Wüstentour im Sinai.
Zum Pflichtprogramm gehören auch Referate, durch die die Studierenden das Land oder einen theologischen Schwerpunkt erarbeiten sollen. Ich hatte die Themen "Die Siedlungsgeographie Galiläas in neutestamentlicher Zeit" und "Das Militär in Israel, seine weltanschauliche Ausbildung und sein Status in der Gesellschaft" zu bearbeiten. Durch diese Referate und eine Archäologieprüfung kann man den israelischen "Touristenführerschein" erwerben.
Durch Gastvorträge wird das Studium abgerundet. Theologen und viele andere Experten v.a. aus diesem Land sprechen über ihre Arbeit und ihr Denken. Somit hat man in Israel nicht nur die Chance, die Theorie mit der Praxis zu verbinden, z.B. durch das Kennenlernen der faszinierenden Buntheit des Christentums in seinen zahlreichen Gruppen oder durch unkomplizierte Begegnungen mit Juden und Muslimen. Fast nebenbei wird man so eine neue Sicht auf den israelisch-palästinensischen Konflikt und die israelische und palästinensische Gesellschaft gewinnen. Und wenn man einmal von den nahöstlichen Kulturen mit ihren bizarren Lebenswelten genug hat, so kann man täglich in der evangelisch-lutherischen Erlöserkirche eine Andacht besuchen oder sich dort engagieren.
Neben dem regulären Studium ist natürlich auch die Möglichkeit gegeben, Jerusalem und Isreal auf eigene Faust zu erkunden. Dies geschieht meinerseits u.a. durch mehrtägige Wanderungen: auf den Spuren der Bibel durch teilweise zauberhafte Landschaften Israels. Außerdem ist es natürlich reizvoll, in den Ferien einen Besuch in Ägypten oder Jordanien abzustatten, um diese Länder auch noch "mitzunehmen".
Johannes Schultheiß (2/2002)
Nähere Informationen finden Sie unter www.studienjahr.de ![]()
Wie wär's mit Studieren in Norwegen?
Ich habe die letzten zwei Semester an der Menighetsfakultet ("Gemeindefakultät") in Oslo studiert und wurde gebeten, ein bisschen zu berichten.
Ich verweise gleich zu Beginn auf die
Homepage der "MF" , wo man auf fast alle Fragen Antworten bekommen kann, und will mich nur auf ein paar m.E. bemerkenswerte Dinge beschränken.
Grundsätzlich muss man sagen, dass im internationalen Vergleich, wenn man von Studiengebühren (50 Euro pro Semester) absieht, das Studieren in Norwegen das Teuerste weltweit ist. Dies hängt damit zusammen, dass Norwegen einen der höchsten Lebensstandards in der Welt hat. Mann kann davon ausgehen, dass man mit gut 1.000,- Euro / 8.000,- NOK Ausgaben pro Monat rechnen muss. Deshalb sollte man sich im Vorfeld Gedanken um das Finanzielle gemacht haben. Wenn man Glück hat, kann man direkt ein Stipendium der Menighetsfakultet bekommen. Dies deckt die Miete und die Monatskarte für die "t-bane", ca. 3.000,- NOK.
Das Herbstsemester beginnt am 15. August und endet Anfang Dezember mit den Examensprüfungen. Das Frühjahrssemester dauert von Mitte Januar bis Ende Juni.
Das Studieren an sich unterscheidet sich von dem deutschen Studiersystem grundsätzlich darin, dass es "schulisch" aufgebaut ist. D.h., man studiert nach vorgegebener Fächerfolge und hat nach jedem Semester ein "kleines" Examen über das Semesterpensum. Das Studium endet nach dem 13. Semester.
Auch ds Studienziel ist ein anderes. Arbeitet man hier in Deutschland mehr oder weniger schnell auf das erste Examen als ein "rein wissenschaftliches" Examen hin, zielt die Ausbildungsstruktur in Norwegen darauf, nach dem 13. Semester seinen eigenen "theologischen Charakter" entwickelt und erkannt zu haben, um für den Pfarrdienst gerüstet zu sein. Eine Vikariatszeit wie in Deutschland gibt es nicht.
Dieser theologische Charakter wird in erster Linie durch das Zusammenspiel von Theorie und Praxis zu erreichen versucht. D.h., dass bereits das fünfte Semester die Praxis in den Vordergrund stellt und ein einmonatiges Gemeindepraktikum sowohl vor- als auch nachbereitet. In diesem Praktikum muss/sollte man so viele Aufgaben eines Pfarrers wie möglich übernehmen und leiten. Dies beinhaltet Sonntagsgottesdienste ebenso wie "Wir-über-60-Abende", Beerdigungen ebenso wie Seelsorgegespräche; sogar für das Feiern von Abendmahl und Taufe bekommt man eine besondere Erlaubnis des jeweiligen Landesbischofs. Zur Seite steht einem dabei der jeweilige Pfarrer in der Praktikumszeit, und zurück an der Fakultät gibt es ebenso genügend Möglichkeiten, um in Groß- und Kleingruppen, ober im persönlichen Gespräch mit den Lehrern über das Erfahrene zu sprechen. "Besteht" man dieses Praktikum, kann man sich überall in Norwegen für sog. Sommervikariate (Urlaubsvertretungen) bewerben und somit bereits als Student für eine bestimmte Zeit alleine eine Gemeinde leiten.
Dies ist aber nur das erste Praktikum. Später in der Ausbildung folgen noch weitere in verschiedenen Institutionen. Dieses fünfte Semester ist auch die klassische Wahl der deutschen Studenten an der Gemeindefakultät. Ich persönlich lernte Norwegisch im Herbstsemester an der Universität Oslo und hatte deshalb wenig Zeit für theologische Vorlesungen. Deshalb wäre es ratsam, im Vorfeld bereits einen Sprachkurs besucht zu haben (Erasmus/Sokrates bieten z.B. Sprachkurse im Juli/August in Norwegen an). Im Frühjahrssemester war ich sprachlich fit genug, um dieses Praktikumssemester mitzumachen. Man muss aber auch sagen, dass in der Regel Norwegisch für einen Deutschen nicht allzu schwer zu erlernen ist.
Doch welche andere Reize bietet ein Studium in Norwegen? – Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll! Die Norweger selber, Oslo als Stadt, die Natur und ihre Freizeitmöglichkeiten drumherum, die Möglichkeit, als Student mit Rabatt zu den Fjorden, nach Bergen oder Trondheim, ins Gebirge usw. zu reisen, das Polarlicht und die Mitternachtssonne, Notte (süßer Brotaufstrich), und viele, vieles mehr.
Ich möchte aber auch sagen, dass ich allen, die sich grundsätzlich vorstellen könnten, für ein knappes Jahr in einem anderen Land leben zu können, raten möchte, dies auch zu tun. Nicht nur, weil man so Theologie und Glaube in einem anderen Umfeld wirklich erleben kann, sondern auch und vor allem, weil man sich selber dadurch besser kennenlernt.
Ha det godt og lykke til,
Tobias Schäfer (2002)
Einen weiteren Erfahrungsbericht aus Oslo von Marcel Weber aus dem Jahre 2006/7
gibt es hier, den letzten von Alicia Vanselow aus dem Jahr 2007/8
hier.
